Hiatushernie und Reflux: Was ist der Unterschied?
Autor: Op. Dr. Gökhan Ateş · Veröffentlicht: 31. Juli 2026 · Aktualisiert: 31. Juli 2026
Artikel-Kurzfassung
Hiatushernie ist anatomisch, GERD ist funktionell. Beide treten oft gemeinsam auf, aber nicht zwingend. Zielgerichtete Diagnostik trennt sie.
Hiatushernie und gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) werden oft verwechselt, weil beide retrosternales Brennen verursachen können. Die Hiatushernie ist jedoch anatomisch, GERD funktionell.
Kurze Antwort
Hiatushernie ist die Verlagerung eines Magenanteils durch den Hiatus. GERD ist Reflux von Mageninhalt mit Mukosaschaden oder Beschwerden. Beide treten oft gemeinsam, aber nicht immer gemeinsam auf.
Anatomie vs Funktion
Eine Gleithernie (Typ I) schwächt den unteren Ösophagussphinkter (UÖS) und fördert Reflux. GERD kann jedoch auch ohne Hernie durch UÖS-Dysfunktion, Adipositas, Schwangerschaft oder Medikamente entstehen.
Symptomüberlappung
- Retrosternales Brennen und Regurgitation bei beiden
- Dysphagie bei Hiatushernie eher mechanisch
- Chronischer Husten, Heiserkeit deuten auf atypischen Reflux
- Cameron-Läsionen und Eisenmangelanämie sind typisch für große Hernien
Diagnostik
Endoskopie zeigt Anatomie und Mukosa. 24-Stunden-pH- oder pH-Impedanz-Metrie belegt Reflux objektiv. Hochauflösende Manometrie prüft UÖS und schließt Motilitätsstörungen wie Achalasie aus.
Therapie
Milde Fälle: Lebensstil und PPI. Objektiver Reflux mit Therapieversagen, große oder paraösophageale Hernien: laparoskopische Reparatur mit Nissen- oder Toupet-Fundoplikatio.
Häufig gestellte Fragen
Hat jeder GERD-Patient eine Hernie?
Nein. GERD kann auch ohne Hernie auftreten.
Hernie ohne Beschwerden – Therapie nötig?
Kleine asymptomatische Hernien werden meist beobachtet.
Heilt PPI die Hernie?
Nein. PPI reduziert Säure, ändert die Anatomie nicht.
Welcher Test entscheidet über die OP?
pH-Metrie belegt Reflux objektiv, Manometrie leitet die Wahl der Fundoplikatio.
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Diese Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Patienteninformation. Diagnose und Behandlung sollten nach ärztlicher Untersuchung und individueller Bewertung festgelegt werden.
