Laparoskopische Hiatushernie-Operation: Nissen, Toupet und die Netz-Entscheidung
Autor: Op. Dr. Gökhan Ateş · Veröffentlicht: 31. Juli 2026 · Aktualisiert: 31. Juli 2026
Artikel-Kurzfassung
Reduktion, spannungsfreie Krurorrhaphie, ausreichende intraabdominelle Ösophaguslänge und passende Fundoplikatio. Netz wird selektiv, nicht routinemäßig eingesetzt.
Die laparoskopische Reparation ist die bevorzugte Methode bei symptomatischer Hiatushernie in geeigneten Fällen.
Kurze Antwort
Vier Schritte: (1) Dissektion/Reduktion, (2) Krurorrhaphie, (3) ausreichende intraabdominelle Ösophaguslänge, (4) Nissen (360°) oder Toupet (270°) Fundoplikatio. Netz ist selektiv.
Dissektion und Reduktion
Bruchsack aus dem Mediastinum reduziert; Ösophagus mobilisiert für ≥ 2,5–3 cm intraabdominelle Länge; ggf. hohe mediastinale Mobilisation oder Collis-Gastroplastik.
Krurorrhaphie
Rechter und linker Crus mit nicht resorbierbaren Nähten adaptiert. Bougie zur Kalibrierung.
Nissen vs Toupet
Nissen: 360°, stärkere Refluxkontrolle, mehr Dysphagie/Gas-Bloat. Toupet: 270°, bei schwacher Peristaltik oder Dysphagierisiko. Manometrie entscheidet.
Gastropexie und komplexe Fälle
Bei großen Typ III–IV oder Rezidiven anteriore Gastropexie; Fundoplikatio individualisiert.
Netz — nicht routinemäßig
Anders als Bauchwandhernien wird am Hiatus kein Routineeinsatz empfohlen. Selten aber ernste Komplikationen (Erosion, Migration, Striktur). Selektive Anwendung bei großen Defekten (>5 cm), schlechter Gewebequalität oder Rezidiven; biologische oder resorbierbare Netze mit Keyhole/U-Technik.
Häufig gestellte Fragen
PPI nach OP absetzen?
Meist ja; manche brauchen kurzzeitig niedrig dosiert.
Nissen oder Toupet besser?
Kein pauschaler Sieger; individuelle Wahl.
Normale Kost wann?
Weiche Kost 2–4 Wochen, dann Steigerung.
Ist Netz Pflicht?
Nein, selektiv.
Rezidivrisiko?
Abhängig von Patient, Defekt und Technik; Gewichtskontrolle und Vermeidung schwerer Lasten helfen.
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